Knieps knapp entmachtet

Junger Konkurrent

Mit nur vier Stimmen Vorsprung hat Martin Schoser bei der Landtagskandidatenkür der CDU in Lindenthal den amtierenden Abgeordneten, Franz-Josef Knieps, geschlagen. Knieps gratulierte dem 20 Jahre jüngeren Sieger.

 

LINDENTHAL - 110 zu 106 - mit nur vier Stimmen Vorsprung hat Martin Schoser bei der Landtagskandidatenkür der CDU in Lindenthal den amtierenden Abgeordneten, Franz-Josef Knieps, geschlagen. Unter sechs Kandidaten hatte Schoser im ersten Wahlgang 84 von 238 Stimmen bekommen. Knieps, der vor fünf Jahren kurz nach der Affäre um den örtlichen Parteivorsitzenden Richard Blömer gewählt worden war, hatte nur 61 Stimmen erhalten. Wolfgang Hick (44 Stimmen), Egbert Bischoff (31), Jens Wagner (16) und der per E-Mail angekündigte, aber nicht anwesende Bewerber Jörg Urmersbach (0) schieden aus. Im zweiten Wahlgang stimmten deutlich weniger Mitglieder ab.

Knieps (67), der vergeblich mit der Herkunft seiner Frau, dem Sitz seines Hausarztes und dem Ort seines Stammtisches Beziehungen zu Lindenthal aufzeigte, akzeptierte das Ergebnis ernüchtert und gratulierte sofort dem 20 Jahre jüngeren Schoser. Nach zehn Jahren im Rat - gerade in die Ausschüsse für Bauen sowie Umwelt und Grün gewählt - will Schoser bei einer erfolgreichen Wahl im Mai von Düsseldorf aus für Lindenthaler Anliegen eintreten: die bessere Verkehrsanbindung von Widdersdorf und eine schnelle Lösung für die Kreuzung von Luxemburger Straße und Militärring. „Wissenschaft und Bildung sind meine Bereiche. Ich würde gerne etwas für die Uni erreichen sowie für die Medienqualifikation der Jugend tun.“

Schoser will auch weiterhin stellvertretender CDU-Vorsitzender im Stadtbezirk bleiben. Seine sechs Kinder (zwischen fünf und 20 Jahre alt) sowie seine Frau Uta unterstützen ihn nach Kräften und haben teils schon selbst politische Ämter angenommen. Den Vorwurf, er gehöre zur „Klüngel-Truppe“ des vielfach kritisierten Lindenthaler Parteivorsitzenden Richard Blömer, weist Schoser ausdrücklich zurück: „Ich habe privat mit ihm nicht mehr zu tun, als es die Vorstandsarbeit mit sich bringt.“ Schosers Nachrücker im Rat wäre Efkan Kara aus Humboldt / Gremberg.

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