Duell der Parteichefs von SPD und CDU

LANDTAGSWAHL Parteien suchen Kandidaten für 2010 - Spannung im Wahlkreis Lindenthal

Bei der Landtagswahl am 9. Mai 2010 wird es im Wahlkreis Porz/ Merheim/Brück/Rath-Heumar zum Duell der Parteichefs von CDU und SPD kommen. Der SPD-Vorsitzende Jochen Ott, der 2005 überraschend verlor, will erneut versuchen, den Sprung ins Landesparlament zu schaffen.

Damals hatte Jürgen Hollstein gewonnen. Er ist seit 2008 auch Kölner CDU-Vorsitzender. Die zurzeit amtierenden sieben Kölner Landtagsabgeordneten von SPD und CDU wollen alle wieder antreten. Bei der SPD gelten außer Ott der Chef der Ratsfraktion, Martin Börschel, sowie Marc Jan Eumann, Stephan Gatter und Ingrid Hack als gesetzt. Das Problem: Die Sozialdemokraten sind noch weit davon entfernt, ihrem eigenen Anspruch zu genügen, ein angemessenes Verhältnis zwischen Männern und Frauen hinzubekommen. Im Wahlkreis Lindenthal ist bislang Friedhelm Hilgers der einzige Kandidat. Im Wahlkreis Chorweiler möchte der Vorsitzende des Integrationsrates, Tayfun Keltek, ins Rennen gehen. Neben zwei weiteren Männern - Inan Gökpinar und Michael Klimczak - hat hier das einfache Parteimitglied Christiane Schmitz ihr Interesse angemeldet. Trotz der weiblichen Konkurrenz bleibt Keltek Favorit, den wohl auch der Parteivorstand am 5. November auf seine Vorschlagsliste setzen möchte. Dazu müsste er aber zuvor eine weitere Kandidatin finden, die man gegen Hilgers ins Spiel bringen könnte. Es gebe Interessentinnen, heißt es in der Parteiführung, die damit einen Konflikt riskiert. Hilgers ist umstritten, hat aber die Rückendeckung einiger wichtiger Lindenthaler Sozialdemokraten und Ortsvereine. Lindenthal bleibt auch das spannendste Thema in der CDU: In diesem Stadtbezirk muss der Landtagsabgeordnete Franz-Josef Knieps mit mehreren Gegenkandidaten rechnen. Parteiintern fallen die Namen der im Oktober ausscheidenden Ratsfrau Theresa De Bellis, des Ratsherrn Martin Schoser, des Juristen Ulrich Cüster und von Jens Wagner. Offen ist, ob es Helga Blömer-Ferker, die Frau von Ex-Parteichef Richard Blömer, nach Düsseldorf zieht. Ihre Entscheidung hänge wohl auch davon ab, ob sie wieder zur Bezirksbürgermeisterin gewählt wird, heißt es. Das ist wegen der neuen Mehrheitsverhältnisse in der Bezirksvertretung sehr unsicher. Gleiches gilt für die Rodenkirchener Bezirksbürgermeisterin Monika Roß-Belkner, die sich genau wie Andrea Verpoorten und Ursula Ohk für die Landtagskandidatur im Kölner Süden interessiert. Für den Kölner Norden ist bereits der Landtagsabgeordnete Christian Möbius nominiert worden, im Wahlkreis Innenstadt/Kalk/Vingst/Höhenberg der türkischstämmige Efkan Kara. In den Wahlkreisen Ehrenfeld/Nippes/Bilderstöckchen und Mülheim sind die Kandidaturen in der CDU noch offen.

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