Grundsteinlegung für Schulneubau Zusestraße

Weitere 800 Schulplätze für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten

CDU-Mitglieder aus Rat und BV3, zusammen mit den beiden Polieren auf der Baustelle, Harald Mauel und Sadik Brnicanin.
CDU-Mitglieder aus Rat und BV3, zusammen mit den beiden Polieren auf der Baustelle, Harald Mauel und Sadik Brnicanin.
In Köln-Lövenich entsteht am Rande des Gewerbegebietes an der Zusestraße ein neues Gymnasium mit einer Dreifachturnhalle. Schule, Turnhalle und Außenanlagen werden von einem von der Stadt beauftragten Totalunternehmer (TU) geplant und errichtet. Die vorherige, umfangreiche Grundlagenermittlung ist durch die städtische Gebäudewirtschaft erfolgt. Das Gymnasium wird über drei Züge in der Sekundarstufe I sowie fünf Züge in der Sekundarstufe II verfügen. Nachdem im Juli 2020 mit den Tiefbauarbeiten begonnen wurde, konnte heute der Grundstein für den Neubau gelegt werden. 

Die Stadt schafft damit weitere 800 Schulplätze für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Mit diesem Schulprojekt wird der Schulsituation im Kölner Westen einen kräftigen Schub verliehen. Bei der symbolischen Grundsteinlegung wurde eine Zeitkapsel, traditionell gefüllt mit einem Bauplan, der Kölner Tagespresse, einem Kölner Pfennig und einem Satz Münzen, wird zunächst in einer symbolischen Grundsteinmauer versenkt. An geeigneter Stelle wird diese dann später im Schulgebäude verbaut und voraussichtlich mit einer Matritze (Schriftgießerei) gekennzeichnet, um an diesen besonderen Tag zu erinnern.  

Die an Planung und Bau beteiligten Firmen wurden vertreten durch die Firma Züblin, die für das Projekt als Totalunternehmer tätig ist. Anwesend waren der Kaufmännische Direktionsleiter, Hauke Wahlen, der Technische Bereichsleiter Züblin Bonn, Dieter Köhler, sowie die Poliere Harald Mauel und Sadik Brnicanin.

Lernlandschaften durch Clusterbauweise Der Neubau wird in Clusterbauweise errichtet. Cluster sind Raumgruppen, in denen Lern- und Unterrichtsräume gemeinsam mit den zugehörigen Differenzierungsbereichen, Aufenthaltsbereichen und Erholungsbereichen eine Einheit bilden. Sie dienen als variabel nutzbare, zentrale Lernlandschaften. Diese moderne Bauweise basiert auf den seit Mai 2016 gültigen pädagogisch-architektonischen Standards für Kölner Schulgebäude. Vorgesehen sind zwei Baukörper mit der Bezeichnung "Schule" und "Sporthalle", die sich in die offene Ortsrandbebauung gut einfügen. Die Sporthalle wird im nördlichen Grundstücksteil liegen, das Schulhaupthaus, das sich in drei Gebäudeteile gliedert, im südlichen Grundstücksteil.  

Das zentrale, zweigeschossige Haupthaus nimmt mit dem Pädagogischen Zentrum, der Mensa, den Verwaltungsräumen und dem Selbstlernzentrum die allgemeinen Funktionen der Schule auf. Im zweiten und dritten Gebäudeteil des Schulhaupthauses, die beide dreigeschossig sind, werden die Clusterräume sowohl für die Sekundarstufe I als auch für die Sekundarstufe II inklusive der Cluster für naturwissenschaftlichen sowie künstlerisch-kreativen Unterricht untergebracht. Alle Bauten erhalten Gründächer und werden überwiegend mit Photovoltaik ausgestattet. In die 22.000 Quadratmeter großen Außenanlagen wird ein grünes Klassenzimmer integriert.  

Der repräsentative Eingangsplatz der Schule wird entlang der Zusestraße auf mittlerer Höhe des Baufeldes entstehen. Zwischen Sporthalle und Schulgebäude werden die Außensportflächen mit Fußballfeld, Basketballfeld sowie Tischtennisplatten ausgestattet beziehungsweise gestaltet. Als Teil des städtischen Sportentwicklungsplans können diese Flächen nach Unterrichtsende auch öffentlich genutzt werden.  

Zum Schuljahresbeginn 2022/2023 soll das neue Gymnasium fertig sein. Rund 800 Schülerinnen und Schüler werden dort Platz haben.

Bodendenkmalpflege entdeckte römischen Gutshof
Das neue Schulgrundstück liegt im Bereich eines seit den 1980er Jahren bekannten römischen Siedlungsplatzes. Im Rahmen der vor Baubeginn erforderlichen Untersuchung auf Bodendenkmäler stießen Archäologen auf römische Befunde, die mutmaßlich zu einem römischen Gutshof gehören. Es handelte sich um eine typische Einzelsiedlung im ländlichen Umfeld, rund acht Kilometer östlich der römischen Stadt. Im Nordwesten des Areals wurde ein zusammenhängendes, rechtwinkliges, römisches Grabensystem aufgedeckt, das eine rechteckige Fläche von etwa 100 mal 149 Metern umfasst. Nordöstlich dieser Fläche wurden Teile weiterer gleichartiger winkliger Grabenstrukturen sowie römische Gruben und Pfostengruben freigelegt. Es handelt sich vermutlich um Überreste von Holzbauten. Der Erhaltungszustand und die Größe des erfassten Ausschnittes sind für das Kölner Stadtgebiet einzigartig.  

Die landwirtschaftlichen Betriebe bestanden aus einem in der Regel von Gräben eingefassten Hofareal mit einem Gebäudebestand aus mehreren Wohn- und Wirtschaftsbauten, angrenzenden Gartenfluren und Feldfluren und zugehörigen kleinen Gräberfeldern in der nahen Umgebung des Hofareals. Die wertvollen archäologischen Befunde wurden durch das Römisch-Germanische Museum dokumentiert und gesichert.  

Gymnasiumbau Zusestraße gehört zum GU/TU-Gesamtpaket Schulbau
Das Neubauprojekt Gymnasium Zusestraße gehört zu einem Gesamtpaket von 22 Großbaumaßnahmen für Schulen, die in einem beschleunigten Verfahren unter der Leitung der Gebäudewirtschaft durch Generalunternehmer (GU) oder Totalunternehmer (TU) geplant und/oder baulich umgesetzt werden.  

Der Rat hatte im April 2017 den Weg für dieses Sonderprogramm freigemacht. Im Juli 2019 wurde es von ursprünglich 15 auf 22 Bauvorhaben erweitert und den aktuellen Marktbedingungen angepasst. Der aktuelle Kostenorientierungswert für die Realisierung der 22 Bauvorhaben liegt bei mindestens 520 Millionen Euro. Mit den Projekten werden mehr als 7.000 Schulplätze neu geschaffen oder gesichert.  

Von allen 22 Maßnahmen befinden sich zwölf bereits in der Bauausführung oder ihre Baubeginne stehen in den nächsten Wochen bevor. Ein Teilprojekt am Standort Alte Wallgasse konnte bereits Anfang 2020 in Betrieb gehen. Weitere GU-Maßnahmen befinden sich derzeit im Vergabeprozess und werden somit noch in diesem Jahr beauftragt. Damit befinden sich die Maßnahmen weitestgehend voll im Zeitplan.  

Warum General- und Totalunternehmer?
Diese besondere Vergabeform bringt für die Stadt Köln einige Vorteile: Der öffentlichen Bauherrin Stadt Köln bleibt eine zeitlich sehr aufwändige sowie terminlich wie kostenriskante Vergabe nach Einzelgewerken erspart. Die Gebäudewirtschaft übernimmt die Leitung und das Controlling der Leistungen, sondiert den Markt, bereitet Ausschreibungen vor, regelt alles Vertragliche, definiert die Grundlagen und koordiniert fortlaufend ämterübergreifend bis zur Fertigstellung und darüber hinaus. Zur Unterstützung der Gebäudewirtschaft im Bereich Projektsteuerung und Projektleitung gibt es zwei externe Multiprojektmanager.  

Auch nach der Vergabe an einen GU oder TU ist und bleibt die Gebäudewirtschaft weiterhin Herrin des Verfahrens, Kontrollinstanz sowie Eigentümerin der Objekte. Bei Projekten mit einem GU übernimmt dieser, nach den sehr umfangreichen vorbereitenden Planungsarbeiten unter der Leitung der Gebäudewirtschaft sämtliche Bauleistungen.  

Totalunternehmer nehmen der Stadtverwaltung zu einem noch früheren Zeitpunkt darüber hinaus alle Planungsleistungen ab. Die Grundlagenermittlung, die Festlegung des Flächenbedarfs, die Ermittlung aller Standort relevanten Daten sowie die Klärung des Bau- und Planungsrechts – dies muss aber auch hier durch die Verwaltung im Vorfeld erfolgen. Die Gebäudewirtschaft leitet, auch beim Totalunternehmer, umfassende Vorarbeiten in der Planung und bereitet die höchst komplexen Vergaben juristisch vor.  

Link zur Stadt Köln.

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