Neubauten im Botanischen Garten wachsen weiter in die Höhe

Bildungsprojekt "Vielfalt und Nutzen der tropischen und Wüsten-Pflanzenwelt"

Mit Manfred Kaune (Leiter Grünflächenamt), Architektin Ilse Königs, Polier René Keller und Bauleiter Jeroen Smiemans
Mit Manfred Kaune (Leiter Grünflächenamt), Architektin Ilse Königs, Polier René Keller und Bauleiter Jeroen Smiemans

Der Neubau der Schaugewächshäuser im Botanischen Garten geht mit dem heutigen Richtfest weiter voran. Der Aufbau der Stahlkonstruktion von Nutzpflanzen-, Tropen- und Wüstenhaus befindet sich kurz vor dem Abschluss, sodass alle drei Pflanzenhäuser schon deutlich erkennbar sind. Im Nutzpflanzenhaus konnte bereits mit dem Einbau der Isolierverglasung begonnen werden. Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln errichtet die neuen Schaugewächshäuser im Botanischen Garten für das Bildungsprojekt "Vielfalt und Nutzen der tropischen und Wüsten-Pflanzenwelt" im Auftrag des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen.

Kölner Bürgerinnen und Bürger können sich, ebenso wie die große Zahl auswärtiger Gäste, auf einen inszenierten Panoramaweg durch Nutzpflanzen, tropische Baumkronen und einen Wüsten-Canyon freuen.

Die Innen- und die Außenlandschaft werden 2021 in Angriff genommen. 2022 soll die Anlage nach baulicher Fertigstellung an den Botanischen Garten übergeben werden. Maßgeblich für den Zeitpunkt des Wiedereinzugs der Pflanzen sind die Jahreszeiten. Die tropischen Gewächse können nur im Sommerhalbjahr von Mai bis September wieder zurücktransportiert werden, die Wüstenpflanzen nur von April bis Oktober. Dann benötigen die Pflanzen eine mehrmonatige Anwachsphase. Parallel wird der Botanische Garten das neue didaktische Konzept für den Rundgang mit entsprechenden Elementen einrichten. Vorgesehen ist die Eröffnung für 2023.

Neben der Konstruktion in parabelförmigen Bögen machen das Schaugewächshausensemble vor allem die Isolierverglasung mit Verbundsicherheitsglas, die integrierte UV-transparente Folie, der stützenfreie Innenraum sowie die geringen Stahlquerschnitte speziell. Eine weitere technische Besonderheit ist eine intelligente Mess- und Regelanlage zur Steuerung der sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Klimabedingungen. Diese liegen in dem Nutzpflanzen- und Tropenhaus bei etwa 20 bis 25 Grad Celsius und 80 Prozent Luftfeuchte sowie im Wüstenhaus bei mindestens 12 Grad Celsius sowie 20 bis 50 Prozent Luftfeuchte. Erzeugt wird dieses Klima mittels einer Heizungsanlage (CO2-neutrale Fernwärme) sowie mit Lüftungsklappen, die sowohl auf dem Dachfirst als auch auf der seitlichen Glaskonstruktion verteilt werden. Hinzu kommt eine Hochdruck-Befeuchtungsanlage, die für Verdunstungskälte sorgt, wie sie in den Tropen üblich ist.


Visualisierung: Stadt Köln

Die Gesamtkosten bis zur Fertigstellung belaufen sich auf rund 15,48 Millionen Euro. Unterstützt wird das Vorhaben durch den Verein "Freundeskreis Botanischer Garten e.V.". Mit bisher 460.000 Euro hat sich der Verein an den Planungskosten beteiligt und möchte auch die Anschaffung von Pflanzen, die bislang in Köln noch nicht zu sehen waren, sowie von weiteren Ausstattungselementen unterstützen.

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