Leserbriefe und Anfragen

Fragebogen der Kölner Jägerschaft e.V. / 14. April 2012

 
  1. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass Änderungen in der Jagdgesetzgebung nur im Einvernehmen mit den Betroffenen gestaltet werden?

 

Antwort:            Natur und Landschaft sind nur dann zu erhalten, wenn diejenigen, die in und mit der Natur arbeiten, überzeugt sind, dass das, was sie leisten, richtig ist und anerkannt wird. Wir haben zu unserer Regierungszeit bewiesen, dass wir Politik nicht gegen Landwirte, Waldbauern, Jäger und Angler betreiben, sondern mit ihnen. Wer diesen Sachverstand missachtet, wird scheitern. Der ehrliche Dialog und das Einvernehmen mit allen, die ein Interesse an einer intakten Natur haben, bleiben auch weiterhin Kennzeichen unserer Politik. Deshalb ein klares Ja.

 

 

  1. Werden Sie sich insbesondere dafür einsetzen, dass vor Verhandlungen über Koalitionsvereinbarungen der Landesjagdverband und die mit ihm partnerschaftlich verbundenen Verbände des ländlichen Raumes mit dem Ziel einvernehmlicher Lösungen von Ihrer Partei mit einbezogen werden.

 

Antwort:            Wir sind seit Jahren in einem engen Meinungsaustausch. Es gibt keinen Grund, ausgerechnet vor Koalitionsverhandlungen diesen abzubrechen. Deshalb ein klares Ja.

 

 

  1. Hat sich nach Ihrer Meinung das Landesjagdgesetz Nordrhein-Westfalen in der derzeit geltenden und im Konsens mit der Jägerschaft NRW entstanden Fassung bewährt?

 

Antwort:            Das Landesjagdgesetz Nordrhein-Westfalen hat sich bewährt. Es ergänzt das Bundesjagdgesetz um Regelungen, die eine Jagd unter Berücksichtigung der in Nordrhein-Westfalen gegebenen jagdlichen, land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Verhältnisse sowie der gesellschaftlichen und landeskulturellen Besonderheiten unter Beachtung der Belange von Tier- und Naturschutz ermöglichen. So ist gewährleistet, dass die natürlichen Lebensräume in ihrer Vielfalt erhalten bleiben und gefördert werden.

 

 

  1. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass die Zuordnung des auch dem Allgemeinwohl dienenden Jagdrechts zum Privateigentum im Falle einer etwaigen Gesetzesnovellierung anerkannt und beachtet wird?

 

Antwort:            Das Jagdrecht ist mit dem Grundeigentum untrennbar verbunden. Es dient nicht allein dem Allgemeinwohlinteresse, sondern ist ein vom Grundgesetz geschütztes Eigentumsrecht der Grundeigentümer. Wir werden uns für die Einhaltung dieser bestehenden Zuordnung des Jagdrechts zum Privateigentum einsetzen.

  1. Werden Sie sich für die Jagd mit ihren ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Elementen als eine eigene schützenswerte, nachhaltige Nutzung einsetzen?

 

Antwort:            Die Jagd erfüllt mit ihren ökonomischen, ökologischen und soziokulturellen Komponenten eine eigene schützenswerte nachhaltige Nutzung. Wir setzen uns daher für den Erhalt der Werthaltigkeit des Jagdrechts und den Erhalt gesunder, artenreicher und den Belangen von Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft angepasster Wildbestände ein. Gerade weil wir eine nachhaltige Jagd wollen, setzen wir uns für eine Beibehaltung der Mindestpachtzeit von 9 Jahren ein.

 

 

  1. Wollen Sie den Katalog der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten ändern und ggf. mit welcher Begründung und bei welchen Wildarten?

 

Antwort:            Der Katalog der jagdbaren Tierarten hat eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Eine Kürzung des Katalogs der jagdbaren Tierarten führt zu einer jagdrechtlichen Einschränkung und damit zu einem nicht akzeptablen Eingriff in das Eigentumsrecht der Jagd. Zudem nutzt es noch nicht einmal dem Artenschutz. Gerade die Pflicht und Bereitschaft der Jäger zur Hege hilft, die gewünschte Artenvielfalt zu erhalten. Deshalb lehnen wir die Herausnahme einzelner Arten aus dem Katalog der jagdbaren Tierarten in Nordrhein-Westfalen ab. Im Gegenteil: wir wollen, dass mehr Arten in das Jagdrecht aufgenommen werden, z.B. Kormoran und Krähen.

 

 

  1. Wollen Sie Veränderungen bei den Jagd- und Schonzeiten vornehmen und ggf. welche mit welcher Begründung?

 

Antwort:            Wir sehen grundsätzlich keinerlei Veranlassung, die bisherigen Jagdzeiten in Nordrhein-Westfalen zu verändern. Diese Jagdzeiten sind sinnvoll und haben sich im Wesentlichen bewährt. Wir sind maximal bereit, geringfügigen Änderungen der Jagdzeiten zuzustimmen.

 

 

  1. Werden Sie sich für den Erhalt der Fangjagd auf der derzeitigen rechtlichen Grundlage zur gezielten Bejagung von Beutegreifern einsetzen, weil nur so Natur- und Artenschutz wirksam umgesetzt und insbesondere in ihrem Bestand bedrohte Tierarten gerettet werden können? Dies gilt auch für nicht jagdbare Tierarten.

 

Antwort:            Eine gezielte Prädatorenbejagung leistet einen Beitrag zur Sicherung der Belange des Arten- und Naturschutzes sowie zur Wiederherstellung eines natürlichen Gleichgewichtes. Einer natur- und tierschutzgerechten Fangjagd kommt im Rahmen der befugten Jagdausübung dabei eine besondere Bedeutung zu.

 

9.     Halten Sie die bewährte Ausbildung und Prüfung sowie den Einsatz von Jagdhunden im Sinne des geltenden Landesjagdgesetzes für richtig?

 

Antwort:            Der gut ausgebildete Jagdgebrauchshund ist vor allem aus Tierschutzgründen (Nachsuche) von erheblicher Bedeutung und unerlässlich für die Jagd auf Niederwild. Wir halten daher die bewährte Ausbildung und Prüfung sowie den Einsatz von Jagdhunden im Sinne des geltenden Landesjagdgesetzes für richtig.

 

 

  1. Beabsichtigen Sie, von den zwischen Jägerschaft und Landesregierung im Zusammenhang mit der Abschaffung der Jagdsteuer getroffenen Vereinbarungen einseitig wieder abzurücken und Maßnahmen zur Wiedereinführung der Jagdsteuer einzuleiten?

 

Antwort:            Die CDU hat in der letzten Wahlperiode die Abschaffung der Jagdsteuer gesetzlich durchgesetzt. Sie wird in diesem Jahr in abgeschmolzener Form zum letzten Mal erhoben. Es gibt keinerlei Veranlassung, die Jagdsteuer, die zu Recht als Strafsteuer empfunden wird, wieder einzuführen.

 

 

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